Je besser die Instandhaltung, desto nachhaltiger die Produktion

Das Klimaschutzgesetz und der „Green Deal“ der EU geben die Richtung an: Die industrielle Produktion muss ihren CO2-Footprint schrittweise reduzieren, bis zur Klimaneutralität. Und jeder Aufgabenbereich ist aufgefordert, dazu einen Beitrag zu leisten – auch die Instandhaltung. Aber wie?

Auch wenn das provokativ klingen mag: Wenn man genau hinschaut, macht die Instandhaltung seit jeher schon Tag für Tag ihre Hausaufgaben in Sachen Nachhaltigkeit und CO2-Reduzierung.

Um das zu beweisen, braucht man nur ein Beispiel aus der Kunststoffverarbeitung anzuführen. Bei der Produktion einer Spritzgießmaschine mittlerer Größe (mit 4,7 Tonnen Gewicht) werden rund 10.100 Kilogramm CO2 freigesetzt – also mehr als 10 Tonnen. Davon entfallen 8.600 kg auf die Rohstoffe (in erster Linie Eisenguss, Stahl und Blech) und 1.500 kg auf den Strombedarf bei der Produktion bzw. Montage der Maschine.   

Das heißt: Wenn die Instandhalter im Spritzgießbetrieb die Lebensdauer einer Maschine um ein Jahr oder zwei Jahre verlängern, haben sie dafür gesorgt, dass 10 Tonnen weniger CO2 in die Atmosphäre gelangen. Glückwunsch! Das ist ein beachtlicher Beitrag zum Klimaschutz!

Natürlich kann es zutreffende Einwände geben gegen diese simple und manchmal vielleicht zu simple Rechnung. Wenn die alte Maschine ein Energiefresser ist und die neue ein Musterbeispiel für Energieeffizienz, sieht die Kalkulation anders aus.

Aber der Grundsatz stimmt: Die CO2-Gesamtbilanz einer Maschine oder Produktionsanlage ist umso besser, je länger sie läuft, weil sich der (erhebliche) Aufwand für die Produktion auf mehrere Jahre verteilt. Insofern zahlt jede Instandhaltungsarbeit, die einer Verlängerung der Maschinenlebensdauer dient, auf die Nachhaltigkeit ein – genauer gesagt: auf die Verkleinerung des CO2-Footprints der Produktion. Nur den Energieverbrauch zu ermitteln, greift zu kurz. Der Einmalaufwand für die Produktion der Anlagen muss nicht nur berücksichtigt werden, er hat auch ganz erheblichen Anteil an der Gesamtbilanz.

Gute Pflege ist also das Stichwort, was die Instandhalter schon kraft ihrer Aufgabe beherzigen und für das sie sich tagtäglich einsetzen, denn auch bei der alltäglichen Arbeit können sie mehr oder weniger für eine Verringerung des CO2-Footprints tun. Die Instandhalter können also selbstbewusst auftreten, wenn die Sprache auf die Nachhaltigkeit der Produktion kommt: Sie sind dabei, und das nicht erst seit gestern.

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