In der klassischen Zustandsüberwachung werden einzelne Auffälligkeiten oft detailliert interpretiert: Welches Geräusch ist das? Welche Ursache steckt dahinter? Ist es relevant oder harmlos? Dieser Ansatz ist fachlich richtig, setzt jedoch voraus, dass jede Abweichung einzeln bewertet wird.
Der Alarmierungsindex von SIPREMA Core folgt einem anderen Prinzip. Er betrachtet nicht die einzelne Anomalie, sondern die Häufung von Anomalien über die Zeit. Denn in der Praxis zeigt sich: Verschlechtert sich der Zustand einer Anlage, nehmen insgesamt akustische Abweichungen vom Normalzustand zu – auch wenn einzelne Geräusche für sich genommen noch unspezifisch sind.
Diese Entwicklung bildet der Alarmierungsindex mathematisch ab. Die zugrunde liegende Formel aggregiert Anomalien über ein definiertes Zeitfenster und verdichtet sie zu einem normierten Wert zwischen 0 und 100. Kurzfristige Zufallseinflüsse verlieren an Bedeutung, während systematische Veränderungen sichtbar werden. Entscheidend ist nicht das einzelne Ereignis, sondern das Muster im Zeitverlauf.
Nach einer kurzen Lernphase – typischerweise sieben Tage – kennt SIPREMA Core das normale akustische Verhalten der Anlage. Auf dieser Basis schlägt das System automatisch einen Schwellenwert für die Alarmierung vor. Wird dieser überschritten, ist das ein belastbarer Hinweis auf eine Zustandsveränderung. Der Schwellenwert kann bei Bedarf angepasst werden – weitere Konfiguration ist nicht erforderlich.
Die Stärke dieses Ansatzes liegt in seiner bewussten Reduktion. Da keine qualitative Bewertung einzelner Anomalien notwendig ist, entfällt der Aufwand für manuelles Feedback oder Training. Die Alarmierung basiert ausschließlich auf der statistischen Entwicklung des Anomalieaufkommens. So wird akustische Zustandsüberwachung wirklich Plug-and-Play – und relevante Veränderungen werden früh sichtbar.